Schwerpunktgefächertes Leitbild mit zugeordneten
Maßnahmen und Prioritäten (A, B, C, soweit sinnvoll)
- modifiziert auf Grund der Ergebnisse des Koordinationstermins am 21.
10. 1999 -
Inhaltsverzeichnis:
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In Darsberg habe ich die glückliche Situation vorgefunden, dass der
Dorferneuerungsprozess lange vor der formellen Aufnahme ins Dorferneuerungsprogramm
bereits in vollem Gange war. Aus eigenem Antrieb haben sich die Bürgerinnen und
Bürger für ihr Dorf engagiert, der Horizont der erwünschten Ziele war zu Beginn meiner
Arbeit bereits weitgehend abgesteckt.
Einerseits hat mir das die Arbeit erleichtert, andererseits haben mich
die Darsbergerinnen und Darsberger aufgrund ihrer selbst erworbenen Sachkenntnis mit hohen
Erwartungen und Anforderungen konfrontiert. Ich denke, dem Dorferneuerungsprozess haben
diese Voraussetzungen gut getan, und ich bedanke mich bei allen Bürgerinnen und Bürgern,
die sich mit Eifer in die Erarbeitung des Örtlichen Handlungskonzeptes eingebracht haben.
Gerade auch die Mitglieder des Ortsbeirates der ja aus der
Dorferneuerungsbewegung heraus entstanden ist mit Hans-Peter Krieger und
Frank-Dieter Heck an der Spitze waren jederzeit kompetente und verlässliche Mitstreiter.
Ralf Edelmann bin ich sehr verbunden für die sorgfältige Studie zur Stellung der
Darsberger Landwirtschaft im Prozess der Dorferneuerung.
Da Darsberg als Ortsteil in die Stadt Neckarsteinach eingebunden ist,
war diese Vernetzung sorgsam zu beachten. In bereitwillig gewährten Unterredungen haben
mir die Vertreter der Stadt, vor allem Bürgermeister Klump und Bauamtsleiter Weinert,
wertvolle Denkanstöße gegeben, viele weitere Bürger von Neckarsteinach, von denen ich
stellvertretend nur Pfarrer Rink nenne, haben mir durch ausführliche Gespräche
weitergeholfen.
Bedanken möchte ich mich beim Amt für Regionalentwicklung,
Landschaftspflege und Land-wirtschaft Heppenheim für den überaus interessanten Auftrag
und die stetige gute Zusammenarbeit, hier insbesondere bei der für Darsberg zuständigen
Frau Doris Stöcker.
Darsberg soll in hohem Maße das gemeinschaftliche Miteinander
seiner Bürgerinnen und Bürger im sozialen, kulturellen und freizeitbezogenen Bereich
ermöglichen, dazu sind die räumlichen und organisatorischen Voraussetzungen zu schaffen.
Erläuterung:
Das wichtigste Anliegen der Darsbergerinnen und
Darsberger ist es, eine lebendige Dorfgemeinschaft zu pflegen. Dazu gehören Aktivitäten
aller Altersgruppen. Gesellschaftliche Feste, soziales Engagement, kulturelle Aktionen
sollen möglich sein. Die Bürgerinnen und Bürger sind bereit, wie bisher tätige
Eigenleistung zu erbringen.
Maßnahmen
1.1 Erarbeitung des Dorfentwicklungsplanes
Aufgabe des Planes (dessen Kern das hier entwickelte Örtliche
Handlungskonzept ist) ist die sinnvolle und zukunftsorientierte Koordinierung der
Gesamtentwicklung und der einzelnen Dorferneuerungsmaßnahmen, in seinem Rahmen sollen
nicht nur städtebauliche und architektonische Belange berücksichtigt werden, sondern
insbesondere auch organisatorische Modelle entwickelt und umgesetzt werden. Sowohl bei der
Aufstellung als auch bei der weiteren Umsetzung soll die erprobte Bürgermitwirkung weiter
herangezogen werden.
1.2 Bau eines Bürgertreffs (Priorität A)
Für die Aktivitäten der Bürgerinnen und Bürger wird ein
witterungsunabhängiger Treffpunkt dringend benötigt. Er soll in hoher räumlicher
Flexibilität vielfältige Ansprüche erfüllen: große Veranstaltungen (Dorffeste,
Konzerte, Vorträge und Seminare), Gruppenveranstaltungen (Vereine, Senioren,
Jugendliche). Erwünscht ist ein identitätsstiftender Treffpunkt unter Verwendung
vorhandener, traditioneller Bausubstanz. Die funktionale Vernetzung mit sonstigen
Raumangeboten im Dorf ist unerlässlich.
Realistisch erscheinen zwei Alternativen, deren Machbarkeit im Rahmen
der weiteren Dorferneuerungsplanung zu prüfen ist:
Alternative 1.2.1: Ausbau der alten Schule
Das Gebäude ist in hohem Maße ortsbildprägend und im dörflichen
Bewusstsein verankert (viele Bürger sind dort noch unterrichtet worden), es liegt
verkehrsgünstig am zentralen Dorfplatz, mit dem es funktional bestens verknüpft werden
kann, es befindet sich im Besitz der Stadt und ist daher sofort verfügbar. In einer
Vorentwurfsstudie sollte die Machbarkeit geprüft werden. Angedacht ist, im Sockelgeschoss
einen separaten Jugendraum einzurichten, im Erdgeschoss einen flexiblen Saalbereich und im
Obergeschoss Gruppenräume.
Alternative 1.2.2: Räumliche Erweiterung des Dorfgasthauses
Das Dorfgasthaus liegt ebenfalls zentral im Dorf. In Ergänzung der
bestehenden historischen Gaststätte könnte (u. U. unter Benutzung bestehender
Wirtschaftsgebäude) ein Saalbereich geschaffen werden (entweder von der Stadt als
langfristiger Pächterin oder vom Wirt als privatem Betreiber). Ein (erfolgreicher)
privater Betrieb des "Bürgerhauses" in Verbindung mit dem gastronomischen
Angebot der Gaststätte könnte die öffentliche Hand finanziell entlas-ten und zur
erwünschten Standortsicherung der Dorfgaststätte beitragen.
Dazu müssen verschiedene Probleme geklärt werden: sinnvolle
Ausformungen einer Public-Private-Partnerschaft zwischen Stadt und Gastwirt, private
Grundstücksprobleme des Gastwirtes.
1.3 Ausbau eines zentralen Dorfplatzes (Priorität A)
Zwanglose Begegnungsmöglichkeiten unter freiem Himmel sind wesentlich
für die Dorfgemeinschaft. Nach übereinstimmendem Urteil der Darsberger Bürgerinnen und
Bürger ist hierfür der sogenannte "Rote Platz" prädestiniert und soll
entsprechend neu gestaltet werden: hier laufen die wichtigsten Ortsstraßen zusammen. Auch
aus der Sicht des Dorfplaners ist dieser Ort bestens geeignet: an ihm liegen öffentliche
Gebäude wie Kirche, Wirtshaus und der geplante Bürgertreff.
Wesentliche Einzelmaßnahmen einer dorfgerechten Neugestaltung sind
hier die Verbesserung der Benutzbarkeit durch Verkehrsberuhigung und Herausnahme der
PKW-Stellplätze aus der Platzmitte, Verbesserung der Randbedingungen für die mobilen
Geschäfte und die Pflanzung einer gemeinschaftstiftenden Dorflinde.
1.4 Errichtung eines naturnahen Spielplatzes in der Dorfmitte
(Priorität A)
In unverzichtbarer Verbindung zum architektonisch gestalteten
Dorfplatz wird die räumliche Erweiterung in den Gartenbereich südlich vor der Kirche
gesehen, wo ein naturnaher Spiel- und Ruhebereich für Kinder und Senioren geschaffen
werden soll.
Der Charakter der dorftypischen Streuobstwiese soll erhalten bleiben,
statt konfektionierter Spielgeräte sind ursprüngliche Materialien anzubieten. Vor allem
soll der vom Dorfbrunnen herabkommende, zur Zeit verrohrte Bach geöffnet werden, um
reizvolle wasserbezogene Spielmöglichkeiten zu schaffen.
1.5 Begrünte Fußwegverbindung zwischen Dorfplatz, Spielplatz und
Kindergarten-Feuerwehrbereich (Priorität B)
Anzustreben ist ein reizvoll gestalteter Fußweg zwischen den
wichtigsten Dorftreffpunkten, im rückwärtigen Gelände weitab vom Straßenverkehr. Die
erforderlichen Grundstücksstreifen müssen allerdings zuvor von der öffentlichen Hand
erworben werden.
Eine ausgewogene bauliche Weiterentwicklung ist zu gewährleisten,
dabei ist sowohl in der Ortslage als auch in neuen Baugebieten die regionalspezifische
Gestaltung der Gebäude und Freiräume fortzuentwickeln. Ein konfliktarmes Miteinander von
Aufenthalt, Wohnen und Verkehr ist zu gewährleisten. Eine funktionierende Grundversorgung
ist Voraussetzung eines angenehmen Wohnens und soll wiederhergestellt werden.
Erläuterung:
Bei diesem Schwerpunkt geht es um die
"Wohnlichkeit" des Dorfes. Die im Dorfentwicklungsplan zu erarbeitende
Gestaltanalyse von Darsberg soll Richtschnur sein für die Renovierung, die
Weiterentwicklung und den Neubau von Gebäuden. Die Gestaltung der Ortsstraßen soll in
einem angemessenen dörflichen Rahmen erfolgen.
Maßnahmen
2.1 Betreuung und Durchführung privater Bauvorhaben
Die zweite Säule der Dorferneuerung neben der Durchführung
öffentlicher Maßnahmen ist die dorfgemäße Durchführung privater Baumaßnahmen, welche
in ihrer Gesamtheit das Dorf nachhaltig positiv verändern. Als objektivierte
Entscheidungshilfe dazu werden ortsbezogene Gestaltungsempfehlungen vorgeschlagen, die im
Rahmen des Dorferneuerungsplanes von Dorfplaner und Bürgern gemeinsam zu entwickeln sind.
2.2 Straßenraumgestaltung ausgewählter Anliegerstraßen (Priorität
C)
Die für eine spezielle Straßenraumgestaltung vorgesehenen
Dorfstraßen sollen im Rahmen der Erarbeitung des Dorfentwicklungsplanes aufgrund
gestalterischer und funktionaler Kriterien ausgesucht werden. Die Gestaltung ist schlicht,
mit einfachen Materialien und weitgehender Entsiegelung durchzuführen. Diese
Straßenraumgestaltungen sollen zusammen mit den jeweiligen Anliegern individuell
entworfen werden. Bei der Auswahl ist auch die jeweilige Erneuerungsbedürftigkeit der
Ver- und Entsorgungsstränge zu berücksichtigen.
2.3 Verkehrberuhigender Umbau der Greiner Straße (Priorität B)
Die zu breite Fahrbahn der Ortsdurchfahrt ist bedarfsgerecht
umzugestalten, durch bauliche Maßnahmen sollen Konflikte zwischen Fußgänger- und
Fahrverkehr minimiert werden. Dazu gehört auch die Ausweisung von Stellplätzen und eine
Begrünung mit heimischen Laubbäumen.
2.4 Errichtung eines multifunktionalen Dorfladens (Priorität B)
Ein stationärer Dorfladen wird in Darsberg schmerzlich vermisst,
nicht nur wegen der Versorgungsfunktion, sondern auch wegen der Kommunikationsfunktion.
Eine im Rahmen der Klärungsphase eingerichtete Arbeitsgruppe arbeitet intensiv an einer
realistischen Konzeption.
Der Laden soll sich selbst tragen, das bedeutet, er muss Angebote
machen, die auch Kunden außerhalb von Darsberg anlocken. Notwendig erscheint eine
Bündelung von Angeboten (Lebensmittel, Zeitungen, Getränke, Postagentur). Erwünscht ist
eine private Trägerschaft.
2.5 Aufwertung des Sportgeländes (Priorität B)
Das Angebot des SV Darsberg soll weiter differenziert werden, vor
allem durch den Bau eines Funktionsgebäudes am Sportplatz mit zeitgemäßen sanitären
Anlagen.
Der traditionellen Landwirtschaft und dem dörflichen Handwerk und
Gewerbe sind sichernde Randbedingungen und neue Verdienstmöglichkeiten zu schaffen, für
innovative Arbeitsmöglichkeiten im Dorf selbst sind die Voraussetzungen zu schaffen. Ein
wichtiger Faktor ist die Weiterentwicklung der Erholungsfunktion und die damit verbundene
Schaffung von Arbeitsplätzen.
Erläuterung:
Darsberg soll kein Schlafdorf sein. Die
Dorferneuerung soll mithelfen, traditionelle Arbeitplätze in Landwirtschaft und Handwerk
zu sichern sowie innovative Arbeitsplätze zu schaffen. Dadurch soll insbesondere jungen
Müttern mit kleinen Kindern die Möglichkeit gegeben werden, Erziehungsarbeit, Haushalt
und Berufstätigkeit miteinander zu verbinden.
Maßnahmen
3.1 Gründung einer "Landwirtschaftlichen
Pflegegemeinschaft" (Priorität A)
Hier werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: die
hervorragende Erholungseignung der Darsberger Landschaft (bezogen auf die Gesamtstadt:
erlebbarer Kontrast zwischen dem engen Neckartal und der offenen Höhenlandschaft) kann
nur durch geeignete Landbewirtschaftungs- und Landschaftspflegemaßnahmen erhalten werden.
Dafür stellen sich die ansässigen Landwirte zur Verfügung, die das notwendige Know-How
und die Maschinen haben und denen sich so eine zusätzliche Verdienstquelle eröffnet.
Organisation: Zusammenschluss der interessierten Landwirte, Pflegeaufträge durch die
Stadtverwaltung auf vertraglicher Basis. Einsatzorte: im gesamten Stadtgebiet.
3.2 Gründung einer Projektgruppe zur Schaffung von
Telearbeitsplätzen (Priorität B)
Die hierzu unerlässliche profihafte Betreuung ist bereits eingeleitet
(Beratung durch IHK Darmstadt), angestrebt wird die systematische Verbindung von Angebot
und Nachfrage (z. B. eine große Versicherungsgesellschaft in Heidelberg als Arbeitgeber,
Aufgabenerledigung an häuslichen Computerarbeitsplätzen).
3.3 Gründung einer Projektgruppe zur Erarbeitung und Durchführung einer
Fremdenverkehrskonzeption in enger Vernüpfung mit der Kernstadt (Priorität
B)
Durchführung fremdenverkehrwirksamer Veranstaltungen (stimmungsvolle
Kammerkonzerte in Kapelle), Verbesserung der Wanderwege und deren Aufwertung durch
gezielte Informationsangebote, Organisation der Kooperation auf Dorfebene (Erholungspark
Hoher Darsberg) und auf Gesamtstadtebene (gemeinsames Marketing).
Die reizvolle Mittelgebirgslandschaft von Darsberg ist zu erhalten und
gestalten, dabei ist die heimische Landwirtschaft wirkungsvoll einzubinden, ihre Belange
sind zu berücksichtigen. In der bebauten Ortslage sind naturnahe Elemente
weiterzuentwickeln, die Schonung natürlicher Ressourcen durch innovative Techniken ist
voranzutreiben.
Erläuterung:
Die Vielfalt der Landschaft, von Fauna und
Flora, Biotopen ist zu bewahren und zu entwickeln, mögliche Zielkonflikte (z. B. mit
Fremdenverkehr und Wohnfunktion) sind vorausschauend aufzuarbeiten, Einbindung der
"Landwirtschaftlichen Pflegegemeinschaft" (siehe oben Maßnahme 3.1). Schonender
und intelligenter Umgang mit Ressourcen ist zu fördern.
Maßnahmen
4.1 Erstellung und Durchführung einer ökologischen Entwicklungskonzeption im Rah-
men des Dorfentwicklungsplanes
Fast alle öffentlichen und privaten Maßnahmen der Dorferneuerung
sind nicht eindimensional z. B. nur baulicher Art, fast immer müssen sie auch weitere,
insbesondere grünordnerische, Belange mit abdecken, hierzu ist eine systematische
Entscheidungsgrundlage erforderlich.
4.2 Anlage eines naturnahen Teiches in den "Herrnwiesen" (Priorität B)
Dieser Teich soll ökologisch die Wiesenlandschaft am südlichen
Dorfrand bereichern, er soll optisch eine ästhetische Hervorhebung des Ortseinganges
bewirken, er soll naturbezogene Freizeitaktivitäten ermöglichen (Angeln,
Schlittschuhlaufen).
4.3 Freilegung des vom Dorfbrunnen abfließenden Wassers (Priorität B)
Das den Dorfbrunnen durchströmende Wasser floss früher einmal offen
neben der Kapellenstraße zu Tal, heute ist der Wasserlauf verrohrt. Die Dorferneuerung
soll dem Dorf nicht von außen her schmückende Dekore überstülpen, sondern die
immanenten Werte hervorholen und ins Bewusstsein bringen. Ein solcher Wert ist dieses
Bächlein sowohl in ökologischer als auch gestalterischer Hinsicht, deshalb soll es
freigelegt werden. In seinem Unterlauf soll es auf dem anzulegenden Spielplatz (Maßnahme
1.4) wasserbezogene Spielmöglichkeiten bieten. Für die Freilegung ergeben sich zwei
Alternativen:
Alternative 4.3.1: Baulich gefasste Strömung
Im Zusammenhang mit einer möglichen Straßenraumgestaltung der
Kapellenstraße (vergleiche Maßnahmenpaket 2.2) kann das Fließgewässer baulich in eine
architektonische Gesamtkonzeption integriert werden, zum Beispiel in einer Pflastermulde.
Die Verrohrung kann beibehalten werden und das Wasser im Winter bei
Frost- und Eisgefährdung aufnehmen.
Alternative 4.3.2: Naturnaher Wasserlauf
Im Seitenbereich der Straße wird das Bächlein in einem durch
Gehölze gegliederten Wiesenstreifen in einem natürlichen, mäandrierenden Bett geführt.
4.4 Durchführung eines ausgewählten Modellvorhabens zur alternativen Energienutzung
(Priorität A)
Zur Bündelung der Interessen soll ein örtlich besonders geeignetes
Modellvorhaben durchgezogen werden (z. B. flächenhafte Hackschnitzelheizung,
Blockheizkraftwerk auf der Basis örtlicher landwirtschaftlicher Produkte oder Solar- oder
Fotovoltaikprojekt in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichem Institut oder
Versorgungsunternehmen).
Durch den Ausbau der eigenen Identität soll das Dorf einen
originären Beitrag zum gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben der Gesamtstadt
erbringen. Maßnahmen in Darsberg sollen über den örtlichen Bedarf hinaus allen
Bürgerinnen und Bürgern von Neckarsteinach zu Gute kommen. Dafür ist die Verbesserung
der Verkehrsbeziehungen zwischen Darsberg und den übrigen Ortsteilen von Neckarsteinach
und in die Region hinein eine grundlegende Voraussetzung.
Erläuterung
: Die Planung für einen Ortsteil darf nicht
isoliert betrachtet werden: Fortschritte in einem räumlichen Teilbereich nutzen immer
auch der gesamten Gemeinde. Gerade das Dorferneuerungsprogramm bietet den teilweise
verunsicherten Dörfern, die durch die Gebietsreform ihre kommunale Selbständigkeit
verloren haben, die Chance, das eigene Profil zu schärfen, die endogenen Potenziale zu
stärken und selbstbewusst zum Wohle der Gesamtstadt zu entfalten.
Maßnahmen
5.1 Bedarfsgerechte Verbesserung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs zwischen
Darsberg und den übrigen Stadtteilen (Priorität A)
Nur ein bedarfsgerechter öffentlicher Nahverkehr zwischen allen
Stadtteilen und zum Bahnhof gewährleistet, dass alle Bürgerinnen und Bürger der
Gesamtstadt Neckarsteinach die arbeitsteilig aufeinander abgestimmten Angebote aller
Ortsteile und der umgebenden Region wahrnehmen können. In Frage kommen u. a. eine
Verbesserung der Busverbindungen (Zeittakt!), die Einrichtung eines Anruf-Sammeltaxis oder
ein werbeträgergesponsorter Bus.
5.2 Errichtung von reizvollen und bequemen Fußwegeverbindungen zwischen Darberg, der
Kernstadt und den übrigen Ortsteilen (Priorität B)
Diese Fußwege sollen zum Beispiel die Bürgerinnen und Bürger von
Darsberg anregen, auch einmal ihr Auto stehen zu lassen, wenn sie in Neckarsteinach zu tun
haben.
Umgekehrt soll die Verbindung die Neckarsteinacher (und die Touristen)
verlocken, die Freizeitangebote und Naturschönheiten von Darsberg stärker zu nutzen.
5.3 Errichtung einer Internet-Präsentation (Homepage) für Darsberg
(Priorität A)
Die Homepage soll für einen verbesserten Informationsfluss zwischen
Darsberg, der Kernstadt und den übrigen Ortsteilen sorgen. Nach außen sollen spezifisch
Darsberger Angebote propagiert werden (Freizeit, Fremdenverkehr, Veranstaltungen). Für
einen Link zur Neckarsteinacher Homepage ist Sorge zu tragen.
5.4 Durchführung einer jährlichen Sitzung der Neckarsteinacher
Stadtverordnetenversammlung in Darsberg (Priorität A)
Durch regelmäßige Sitzungen in den Stadtteilen kann einerseits der
Zusammenhalt der Gesamtstadt gestärkt werden, andererseits können dezentrale
Spezialprobleme vor Ort veranschaulicht und effektiver behandelt werden.